Du bist 23 und sitzt plötzlich im Bundestag. Während die meisten in deinem Alter noch überlegen, ob sie zur Wahl gehen, hat Luke Hoß aus Passau genau das gemacht – und gewonnen. Als jüngster Abgeordneter der neuen Legislatur macht er Armut bei Auszubildenden und jungen Menschen zum Thema Nummer eins. Kein Buzzword, sondern sein Alltag.
Hoß steht für eine kleine, aber laute Gruppe: Weniger als 50 Abgeordnete unter 30. Viele davon aus der Linken, die bei den letzten Wahlen bei Jungwählern stark gepunktet hat. Er will Mindestlohn in der Ausbildung hochsetzen und prekäre Jobs bekämpfen. Politik, die sich endlich um die Probleme kümmert, die du spürst, wenn der Ausbildungsvertrag endet und du nicht weißt, wie du die nächste Miete zahlst.
Sarah-Lee Heinrich: Vom Grünen-Star zur parteilosen Kämpferin
Sarah-Lee Heinrich war das Gesicht der Grünen Jugend. Mit 20 schon bundesweit bekannt, hat sie für progressive Themen gekämpft – Bildung, Klimagerechtigkeit, Antirassismus. 2024 ist sie aus den Grünen ausgetreten. Zu viele Kompromisse, zu wenig echte Veränderung. Seitdem nähert sie sich der Linken an, bleibt aber vor allem eins: laut.
In Interviews sagt sie immer wieder: „Ich will nicht aufhören zu kämpfen.“ Ihre Geschichte ist die von vielen aus unserer Generation. Du wählst eine Partei, weil sie verspricht, die Welt zu verbessern – und merkst dann, wie langsam und angepasst alles läuft. Sarah-Lee zeigt, dass es okay ist, Parteien zu verlassen, wenn sie ihre Versprechen brechen. Der Kampf geht weiter, nur ohne Parteibuch.

Die Bertelsmann-Studie: Wir sind nicht so verkackt, wie alle denken
Im Juli 2026 hat die Bertelsmann-Stiftung Zahlen rausgehauen, die überraschen: 18- bis 29-Jährige blicken deutlich optimistischer in die Zukunft als die Generationen über uns. Nur 31 Prozent von uns sind unzufrieden mit der Demokratie – bei den 40- bis 49-Jährigen sind es 44 Prozent.
Die Studie „Demokratie braucht Zukunft“ zeigt: Wir wollen Politik, die an den Bedürfnissen der nächsten Generationen ausgerichtet ist. Soziale Marktwirtschaft und Klimaschutz gehören für uns zusammen. Wir sehen uns als Treiber der Nachhaltigkeitstransformation. Gleichzeitig gehen viele von uns nicht wählen – nicht weil wir apolitisch sind, sondern weil wir nicht das Gefühl haben, dass unsere Stimme wirklich zählt.
Was das alles für dich bedeutet
- Politik wird jünger – aber noch nicht jung genug
- Ausstieg aus Parteien ist kein Scheitern, sondern oft der nächste logische Schritt
- Wir sind optimistischer, als Medien uns darstellen – und genau das ist unsere größte Waffe
- Der Rechtsruck lässt sich nur mit echter Beteiligung stoppen, nicht mit Frust auf der Couch
Luke Hoß, Sarah-Lee Heinrich und die Tausenden in der Studie zeigen dasselbe: Unsere Generation hat keine Lust auf die alte Politik der Kompromisse und leeren Versprechen. Wir wollen echte Mitgestaltung bei Bildung, sozialer Gerechtigkeit und Klimaschutz. Und wir fangen langsam an, sie uns zu nehmen – ob im Parlament, auf der Straße oder in neuen Bewegungen.
Die Frage ist nicht mehr, ob junge Menschen Politik interessiert. Die Frage ist, wie wir sie endlich so gestalten, dass sie unsere Realität widerspiegelt. Luke und Sarah-Lee machen es vor. Der Rest liegt an uns.
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