Endlich. 2026 scheint das Jahr zu sein, in dem Purity Culture offiziell für tot erklärt wurde. Und mittendrin: Sabrina Carpenter, die mit kurzen Röcken, noch kürzeren Lyrics und einem Blick, der sagt „come hither“, die Charts und unsere For You Pages dominiert.
„You need to calm down“ – oder doch nicht?
Der diesjährige „Official 2026 Pop Culture Ins & Outs“ hat es klipp und klar gesagt: Purity Culture ist OUT. Das Aufregen über Sabrinas explizite Album-Cover und Performances ebenfalls. Stattdessen heißt es: Slay, sei laut, sei horny. Und ein großer Teil der Gen Z feiert genau das. Endlich keine Scham mehr um Lust, Körper und weibliche Sexualität.
Aber natürlich gibt’s auch die Gegenfraktion. Auf TikTok und Reddit wird hitzig diskutiert, ob Sabrina wirklich Empowerment liefert oder einfach nur Shock-Value verkauft. Ist das echte sexuelle Freiheit oder nur die nächste Stufe der Vermarktung des weiblichen Körpers?

Die neue Welle: queer, laut, unapologetisch
Neben Sabrina pushen auch Chappell Roan, Reneé Rapp und die kürzlichen Collabs von Billie Eilish mit Addison Rae eine sex-positive, queere Pop-Ästhetik, die sich nicht mehr versteckt. Die Message ist klar: Wir sind hier, wir sind geil, und wir entschuldigen uns nicht dafür.
Viele sehen darin einen echten Fortschritt. Nach Jahren von „guter Mädchen“-Bildern à la frühe Taylor oder Olivia Rodrigo bricht jetzt eine Generation durch, die sagt: Meine Lust gehört mir. Und ja, ich darf sie auch zeigen.
Ist das noch Empowerment oder nur Capitalismus?
Die Kritiker*innen haben trotzdem Punkte. Manche Covers und Lyrics sind so explizit, dass selbst Teile der eigenen Fangemeinde sich fragen, ob das noch für 14-Jährige geeignet ist. Andere werfen den Künstlerinnen vor, queere Ästhetik zu nutzen, ohne selbst klar Position zu beziehen – Stichwort Queerbaiting.
Aber genau hier wird’s spannend: Die Debatte zeigt, wie sehr wir immer noch von Frauen erwarten, ihre Sexualität entweder komplett zu verstecken oder perfekt zu verpacken. Dazwischen gibt’s wenig Raum.
Was sagen die Fans wirklich?
- „Sabrina hat mir geholfen, mich selbst nicht mehr als ‚zu viel‘ zu sehen. Endlich darf man auch als Mädchen geil sein.“
- „Es ist befreiend, aber manchmal wirkt es wie eine neue Schablone, in die man jetzt passen muss.“
- „Taylor hatte recht: You’re being too loud. Aber vielleicht ist genau das der Punkt.“
Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Sex-positive Pop ist kein Allheilmittel, aber er ist ein lautes Fuck You an all die Jahre, in denen Mädchen beigebracht wurde, klein und rein zu sein.
Ob Sabrina und ihre Kolleginnen jetzt die neuen Ikonen einer wirklich freien Generation sind oder nur die nächste Marketing-Welle – das wird sich zeigen. Bis dahin tanzen wir weiter zu „Espresso“, twerken auf den TikToks und lassen uns nicht mehr sagen, dass wir zu laut oder zu horny sind.
Because 2026 hat gesprochen: Purity Culture is officially OUT. Und wir sind hier für die neue Ära.
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