Sabrina Carpenter: Submissive Slay oder feministischer Backlash?
Slay & Stage

Sabrina Carpenter: Submissive Slay oder feministischer Backlash?

3 Min. Lesezeit

Ihr neues Album-Cover zu „Man’s Best Friend“ zeigt sie auf allen Vieren – für die einen pure Dominanz, für die anderen billige Regressivität. Die Debatte um Purity Culture 2.0 spaltet Gen Z in zwei Lager. Wer hat recht: die Sex-Positiven oder die, die junge Fans schützen wollen?

Sabrina Carpenter hat es wieder geschafft: Mit dem Cover zu ihrem neuen Album „Man’s Best Friend“ hat sie das Internet in Flammen gesetzt. Sie auf allen Vieren, Haare von einer unsichtbaren Hand nach hinten gerissen – das Bild schreit Kontrolle und Kontrollverlust gleichzeitig. Während ihre Fans es als ultimativen Slay feiern, werfen Kritiker:innen ihr vor, feministische Fortschritte zurückzudrehen und Submissiveness als cool zu verkaufen.

Die zwei Lager im Shitstorm

Auf der einen Seite stehen die Sex-Positiven: Sie sehen in der Kritik eine neue Form von Purity Culture, nur diesmal von links. „Frauen dürfen endlich zeigen, was sie wollen, und plötzlich ist es wieder degradierend?“, fragen sie. Sabrina selbst hat nur müde gelächelt und gesagt: „Get out more.“ Für viele ist das der Beweis, dass sie genau weiß, was sie tut – eine bewusste Provokation gegen jede Form von Moralpolizei.

Auf der anderen Seite stehen vor allem junge Frauen und queere Creators, die das Cover als billig und gefährlich für ihre jüngeren Fans empfinden. „Wir kämpfen seit Jahren gegen die Hypersexualisierung und jetzt kommt Sabrina und macht aus Unterwerfung ein Aesthetic?“ Die Vorwürfe lauten: Regressiv, internalisierter Sexismus, schlechtes Vorbild.

Sabrina Carpenter: Submissive Slay oder feministischer Backlash?

Metapher oder Marketing-Gag?

Sabrina selbst hat in einem kurzen Statement erklärt, das Bild sei eine Metapher für die Dynamiken von Macht und Hingabe in Beziehungen. Kein reines „schau mich an, ich bin devot“, sondern eine vielschichtige Auseinandersetzung. Ob man ihr das abkauft oder nicht, bleibt Geschmackssache. Fakt ist: Das Album ist bereits ein Chart-Monster und das Cover sorgt für endloses Gesprächsmaterial.

Warum die Debatte so extrem ist

  • Gen Z ist mit Body Positivity und Consent-Kultur groß geworden – gleichzeitig mit OnlyFans-Ästhetik und hyperkapitalistischer Sexualisierung.
  • Viele sehen in Sabrinas Bild eine Fortsetzung der „born sexy yesterday“-Trope, nur diesmal selbstgewählt.
  • Andere argumentieren: Wenn wir Frauen ihre Sexualität nicht mal dann zugestehen, wenn sie sie selbst inszenieren, dann war der ganze Feminismus umsonst.

Die Double Standards sind real

Interessant wird es, wenn man die gleichen Leute anschaut, die bei Cardi B oder Megan Thee Stallion noch „Slay Queen“ gerufen haben. Plötzlich, wenn es um eine weiße, blonde Pop-Prinzessin geht, die devot posiert, flippen dieselben Accounts aus. Die Frage bleibt: Wo genau ziehen wir die Grenze zwischen Empowerment und internalisiertem Patriarchat?

Sabrina Carpenter hat mit 26 Jahren schon mehr Kontroversen überlebt als die meisten in ihrer Karriere. Ob das Cover am Ende als mutiger künstlerischer Schritt oder als kalkulierter Schockmoment in die Pop-Geschichte eingeht, entscheidet nicht Twitter. Sondern die Zeit. Und die Streams.

Was denkst du? Schreib’s in die Kommentare. Ist das Cover slay oder problematic? Wir lesen mit.

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