Der Rechtsruck ist real – und er hat eure Gründe
Die neue Studie „Jugend in Deutschland 2026“ hat es schwarz auf weiß: Die AfD hat innerhalb eines Jahres ihren Zuspruch bei den Unter-30-Jährigen fast verdoppelt und liegt jetzt bei 22 Prozent. Damit ist sie erstmals die stärkste Kraft vor der CDU/CSU (20 %). Grüne und FDP brechen ein. Das ist kein kleiner Trend mehr, das ist ein politisches Erdbeben.
Die größten Sorgen von euch: Teuerung (65 %), Kriege (60 %) und explodierende Mieten (54 %). Die Angst vor mehr Flüchtlingen ist seit 2022 von 22 auf 41 Prozent gestiegen. Viele von euch fühlen sich von den alten Parteien nicht mehr gesehen – besonders junge Männer.

Der interne AfD-Jugend-Krieg in Magdeburg
Ausgerechnet jetzt liefert die eigene Jugendorganisation „Generation Deutschland“ den perfekten Beweis, wie zerstritten die Rechte eigentlich ist. Am Wochenende in Magdeburg wollte der Vorstand einen Leitantrag durchboxen: Europa nicht mehr nur als Feindbild sehen, sondern als „patriotisch-europäisch“ gegen illegale Migration. Der Euro habe den Binnenmarkt gestärkt, man solle mit anderen rechten EU-Parteien enger kooperieren.
Der Antrag ist krachend gescheitert. Viele Basis-Mitglieder wollen am harten Anti-Euro-Kurs der Mutterpartei festhalten. Das Spannungsfeld ist offensichtlich: Nationalstolz ja, aber gleichzeitig europäisch kooperieren? Die AfD-Jugend zeigt gerade live, dass sie selbst nicht weiß, wo sie hinwill.
Mietendeckel 2.0: Diesmal bundesweit?
Während ihr euch mit 800-Euro-WGs in überteuerten Städten rumärgert, bringt Die Linke einen neuen Vorstoß: einen bundesweiten Mietendeckel. Nach dem Berliner Desaster (Verfassungsgericht kippte ihn) soll jetzt der Bund ran. Idee: In angespannten Märkten sofortiger Mietenstopp, dann runter auf eine echte Durchschnittsmiete – auch bei bestehenden Verträgen.
Ein frisches Rechtsgutachten sagt: Verfassungsrechtlich möglich, wenn der Bund es sauber aufzieht. Ob es durchkommt, ist unwahrscheinlich. Aber das Thema ist zurück auf dem Tisch. Wohnen ist und bleibt der größte soziale Sprengsatz für alle, die gerade ins Leben starten.
Social Media: Kein Verbot, aber endlich strengere Regeln
Die große Expertenkommission (u. a. mit Karin Prien) hat der Regierung 56 Empfehlungen geschickt – und überrascht damit viele: Sie raten gegen ein hartes pauschales Verbot für unter 16-Jährige. Stattdessen soll ein gesetzliches Mindestalter von 13 Jahren für eigenständige Nutzung kommen, bessere Altersverifikation (EUDI-Wallet ab 2027) und vor allem deutlich strengere Regeln für die Plattformen.
Weniger süchtig machende Algorithmen, keine Dauer-Push-Benachrichtigungen, abgestufte Schutzregeln bis 18. Dazu Handy-Einschränkungen in Schulen. Die Studien zeigen ja auch: Social Media macht Stress, Einsamkeit und psychische Probleme bei euch spürbar schlimmer. Die Politik will handeln – aber smart statt einfach nur verbieten.
Was das alles für euch bedeutet
Ihr seid die erste Generation, die gleichzeitig mit explodierenden Mieten, Kriegen im Newsfeed und Algorithmen aufwächst, die euch stundenlang scrollen lassen. Kein Wunder, dass viele von euch nach einfachen Antworten suchen – auch wenn die von der AfD kommen. Gleichzeitig zeigt der interne Streit der AfD-Jugend: So einfach sind die Antworten nicht mal für die Rechten selbst.
Der Mietendeckel-Vorstoß und die Social-Media-Empfehlungen zeigen, dass Politik langsam merkt, wo es bei euch wirklich wehtut. Ob sie die richtigen Konsequenzen zieht, ist eine andere Frage. Bis dahin bleibt ihr mittendrin – zwischen TikTok-Dopamin, 900-Euro-Miete und der Frage, welcher Politiker eigentlich noch eure Realität checkt.
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