Stell dir vor, du willst studieren, aber die Miete in deiner Uni-Stadt frisst schon die Hälfte deines Geldes. BAföG sollte hier helfen – doch die geplante Reform wackelt gewaltig. Stand Juni 2026 sieht es so aus, als würde die Erhöhung der Wohnpauschale von 380 auf 440 Euro und eine echte Anpassung der Bedarfssätze vorerst nicht kommen.
Was war eigentlich geplant?
Die Ampel hatte sich auf eine umfassende Reform geeinigt: höhere Sätze, bessere Berücksichtigung realer Mietkosten und eine Anpassung an die Lebenshaltungskosten. Viele von euch zahlen 650 bis 750 Euro warm – BAföG deckt das kaum ab. Die Quote der geförderten Studierenden ist auf einem Rekordtief. Studierendenvertreter:innen und Gewerkschaften fordern seit Monaten eine Anhebung auf Bürgergeld-Niveau.
Jetzt kommt die Union und sagt: Geht nicht. Dorothee Bär und Jens Spahn sprechen von fehlenden Haushaltsmitteln. Man könne sich weitere Erhöhungen bei BAföG, Bürgergeld und anderen Sozialleistungen „absehbar nicht leisten“. Die SPD ist stinksauer und wirft der CDU/CSU vor, eine Koalitionsvereinbarung zu brechen und junge Menschen unnötig zu verunsichern.

Die zwei Lager im Streit
- Linke & Studierende: Bildung ist Zukunftsinvestition. Wer studiert, darf nicht armutsgefährdet sein. Gute BAföG-Sätze bedeuten mehr Chancengerechtigkeit und weniger Nebenjobs, die das Studium behindern.
- Union & Konservative: Das Geld ist einfach nicht da. Viele Studierende jobben sowieso. Statt immer mehr Sozialleistungen zu erhöhen, müsse man zuerst sparen und Prioritäten setzen.
Das klingt nach klassischem Links-rechts-Kampf. Für euch bedeutet es aber ganz konkret: Unsicherheit bei der Studienplanung. Viele überlegen schon jetzt, ob sie sich ein Studium überhaupt leisten können oder ob sie direkt in die Ausbildung gehen.
Warum euch das direkt betrifft
Die Zahl der BAföG-Empfänger:innen sinkt seit Jahren. Gleichzeitig explodieren die Lebenshaltungskosten. In München, Berlin oder Hamburg reicht der aktuelle Satz hinten und vorne nicht. Wer keine reichen Eltern hat, jobbt oft 20 Stunden die Woche – mit entsprechenden Folgen für die Studienleistung und mentale Gesundheit.
Studierendenorganisationen warnen: Ohne Reform droht ein massiver Rückgang bei den Studienanfänger:innen aus nicht-akademischen Familien. Das wäre fatal für die Zukunft des Landes, das schon jetzt Fachkräftemangel hat.
Was passiert jetzt?
Das Thema wird gerade heiß im Bundestag diskutiert. Die SPD drängt auf Einhaltung der Vereinbarung, die Union mauert mit Verweis auf den Haushalt. Gleichzeitig fordern Verbände eine unabhängige Kommission, die echte Bedarfe ermittelt – nicht nur politische Kompromisse.
Falls die Reform kippt, bleibt alles beim Alten. Und das Alte reicht schon lange nicht mehr. Viele von euch schreiben uns bereits: „Ich überlege, das Studium abzubrechen, weil ich mir die Wohnung nicht mehr leisten kann.“
Das ist keine Zukunft, die irgendwer von euch verdient hat. Bleibt dran, sprecht drüber – in der Uni, in den Stories, im Feed. Denn Bildungspolitik ist keine langweilige Erwachsenensache. Sie entscheidet, ob ihr überhaupt die Chance bekommt, eure Zukunft selbst zu gestalten.
Die Debatte läuft weiter. Wir halten euch auf dem Laufenden.
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