Diese Woche passiert im Reichstag etwas, das dich echt angeht: Über 300 Jugendliche zwischen 17 und 20 Jahren übernehmen den Bundestag. Kein Fake, kein Spielchen – sie bilden Fraktionen, halten Reden, verhandeln in Ausschüssen und stimmen über reale Gesetzesvorschläge ab. Das Planspiel ‚Jugend und Parlament‘ läuft vom 6. bis 9. Juni 2026 und ist eine der krassesten Möglichkeiten, Demokratie nicht nur zu labern, sondern selbst zu machen.
Wie fühlt sich Politik wirklich an?
Viele von euch wurden von ihren lokalen Abgeordneten vorgeschlagen. Ihr sitzt plötzlich in echten Sitzungssälen, müsst Kompromisse finden, Reden schreiben und gegen andere Fraktionen argumentieren – alles nach den echten Regeln des Parlaments. Das Ziel ist klar: Ihr sollt verstehen, warum Politik oft so langsam und kompliziert ist. Und vielleicht Lust bekommen, später wirklich einzusteigen.
Statt nur TikToks über Politik zu scrollen, probiert ihr es selbst aus. Viele ehemalige Teilnehmende sind heute in Jugendorganisationen, bei Fridays for Future oder sogar in echten Parlamenten aktiv. Es ist quasi das beste Polit-Internship, das du kriegen kannst.

Bundestag debattiert genau eure Themen
Nur zwei Tage später, am 11. Juni, geht’s im echten Bundestag um genau die Sachen, die euch betreffen: Familienpolitik und Bildung. Die Grünen haben zwei Anträge reingehauen – mehr Geld für Familien, mehr Kitaplätze, Schulen, die nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Die Debatte wird live übertragen. Ihr könnt sehen, wie die Parteien über eure Zukunft streiten.
Bildungserfolg hängt in Deutschland immer noch viel zu stark vom Einkommen der Eltern ab. Das soll sich ändern. Ob mehr Förderung für Alleinerziehende, kostenlose Bildung von der Kita bis zur Uni oder gerechtere Chancen in der Schule – die Debatte zeigt, wie unterschiedlich die Parteien euch und eure Familien sehen.
Superwahljahr 2026: Warum viele Junge trotzdem nicht wählen
2026 ist Wahljahr hoch zehn. Landtagswahlen in mehreren Bundesländern, teilweise schon ab 16 wählbar. Trotzdem gehen viele von euch nicht hin. Studien zeigen: Ihr seid politisch interessiert, engagiert euch bei Demos, in Initiativen und online – aber das Kreuzchen machen viele nicht.
Die Gründe sind real: komplizierte Anmeldung, das Gefühl, dass Themen wie bezahlbarer Wohnraum, gute Ausbildung, Klimaschutz und mentale Gesundheit nicht ernst genommen werden. Dazu kommt mangelnde Info, wie und wo man überhaupt wählt. Besonders bei den ersten Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wird jetzt diskutiert, wie man Hürden abbaut.
- Mehr Infos direkt in Schulen und auf Social Media
- Automatische Wahlbenachrichtigungen
- Wahl auf dem Handy (wird getestet)
- Absenkung des Wahlalters bundesweit
Was du jetzt tun kannst
Falls du zwischen 17 und 20 bist: Bewirb dich noch für zukünftige Planspiele über mitmischen.de oder frag deinen lokalen Bundestagsabgeordneten. Schau dir die Debatte am 11. Juni live an – auf bundestag.de oder bei phoenix. Und wenn du 16 oder älter bist: Informier dich jetzt schon über die Landtagswahlen in deinem Bundesland. Deine Stimme zählt mehr, als du denkst.
Politik ist kein Zuschauersport. Dieses Jahr zeigen gleich mehrere Aktionen, dass junge Menschen nicht nur gehört, sondern auch gebraucht werden. Ob du selbst ins Planspiel gehst, die Debatte trackst oder einfach nur wählen gehst – es ist deine Zukunft, die da verhandelt wird. Mach was draus.
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