Mietenwahnsinn 2026: Warum dein WG-Zimmer BAföG einfach frisst
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Mietenwahnsinn 2026: Warum dein WG-Zimmer BAföG einfach frisst

3 Min. Lesezeit

Die neue Mietrechtsnovelle soll alles besser machen – doch für die meisten von euch reicht die Erhöhung der Wohnpauschale immer noch nicht mal ansatzweise. Wir schauen, warum 650 € für ein Zimmer normal geworden sind und was junge Abgeordnete und Aktivist:innen stattdessen fordern.

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650 Euro für 13 Quadratmeter in Berlin-Neukölln. 720 in München. 580 in Köln. Und das ohne Heizung im Winter. Willkommen in der Realität von 2026, in der dein erstes eigenes Zimmer mehr frisst als dein ganzes BAföG hergibt.

Was die Regierung gerade beschlossen hat

Im Bundestag wird gerade die große Mietrechtsnovelle durchgepeitscht. Indexmieten sollen stärker gebremst, Möblierungszuschläge gedeckelt und Schlupflöcher bei Untervermietung geschlossen werden. Klingt erstmal gut. Die Wohnkostenpauschale für BAföG-Empfänger:innen soll von 380 auf 440 Euro steigen. Die Ampel-Nachfolger feiern das als großen Erfolg für junge Menschen.

Aber auf TikTok und Insta sieht die Realität anders aus. Unter #Mietenwahnsinn und #JungesWohnen posten Tausende von euch Reels, in denen ihr eure Kontoauszüge zeigt. 55 bis 65 Prozent eures Einkommens oder BAföG gehen für ein WG-Zimmer drauf. Lehrjahre werden langsam aber sicher Hungerjahre.

Warum 440 Euro einfach lächerlich sind

Die durchschnittliche Kaltmiete für ein WG-Zimmer in einer der großen Uni-Städte liegt aktuell bei 520–680 Euro. Dazu kommen Nebenkosten, Internet, Strom. Die neue Pauschale deckt nicht mal die Hälfte. Viele von euch jobben schon neben dem Studium oder der Ausbildung 20 Stunden die Woche nur, um nicht bei den Eltern bleiben zu müssen.

Ein virales Reel einer 21-jährigen BWL-Studentin aus Frankfurt hat über 1,2 Millionen Views: Sie rechnet vor, dass sie nach Miete, Semesterticket und Lebensmitteln genau 47 Euro im Monat zum Leben hat. „Ich esse drei Wochen Nudeln mit Pesto, damit ich mir einmal im Monat etwas vom Asia-Laden leisten kann.“ Kommentare unter dem Video sind voller „same“ und „das bin ich“.

Was junge Aktivist:innen wirklich fordern

  • Eine echte Wohnheimoffensive mit 100.000 neuen Plätzen bis 2030
  • Deckelung der Mieten für alle unter 30 bei maximal 30 % des Nettoeinkommens
  • 1.000 Euro Starthilfe für Azubis beim Auszug
  • Abschaffung von Möblierungszuschlägen über 10 %
  • Mehr staatliche Garantien für WG-Verträge ohne Bürgen

Mehrere junge Abgeordnete aus Grünen und Linken sprechen sich offen gegen die aktuelle Novelle aus. „Das ist kein Kompromiss, das ist eine Kapitulation vor der Immobilienlobby“, sagt eine 27-jährige Bundestagsabgeordnete in einem viel geteilten Reel.

„Lehrjahre dürfen keine Armutsjahre sein“

Der Satz trendet gerade extrem. Viele von euch teilen Side-by-Side-Videos: Links die Eltern, die mit 20 schon eine kleine Wohnung hatten und noch Geld übrig. Rechts ihr selbst, 24, mit Master und trotzdem auf Hartz-IV-Niveau, sobald der BAföG-Satz überschritten ist.

Die Debatte geht weit über Miete hinaus. Es geht um den Einstieg ins Erwachsenenleben. Wie soll man sich konzentrieren, wenn man ständig Angst hat, die Miete nicht zahlen zu können? Wie soll man Beziehungen aufbauen, wenn man sich keine eigene Bleibe leisten kann? Wie soll man Kinder kriegen, wenn schon das WG-Zimmer alles auffrisst?

Was du jetzt tun kannst

Viele von euch organisieren sich gerade in lokalen Mieterräten und Studierendenvertretungen. Nächste Woche gibt es in mehreren Unis „Mieten-Tribunale“, bei denen ihr eure Vermieter:innen öffentlich bloßstellen könnt. Andere drehen weiter Erklärvideos und taggen ihre Abgeordneten.

Die Message ist klar: Wir sind keine „jungen Wilden“ mehr, die sich mit wenig zufriedengeben. Wir sind die Generation, die die Rechnung für die letzten 20 Jahre bezahlt – und langsam haben wir keine Lust mehr.

Dein WG-Zimmer sollte ein Ort sein, an dem du groß wirst. Kein Ort, an dem du langsam kaputtgehst.

Was denkst du? Schreib uns in die Kommentare, wie viel du wirklich für dein Zimmer zahlst. Die Debatte läuft gerade erst heiß.

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