Politik fühlt sich oft weit weg an – bis sie plötzlich dein Konto leer saugt oder deine WG-Miete in die Höhe treibt. Diese Woche gibt’s drei echte Moves, die junge Leute betreffen: Einer will Rentner*innen etwas weniger geben, damit Studierende und junge Eltern mehr bekommen. Eine andere will Vermieter*innen endlich an die Leine legen. Und viele von euch gehen auf die Straße, bevor die AfD noch stärker wird.
Johannes Winkel: Rentenerhöhung kürzen für BAföG und Elterngeld?
Der Chef der Jungen Union, Johannes Winkel, hat diese Woche richtig reingehauen. Er sagt: Die geplante Rentenerhöhung um über 4 Prozent im Juli ist zu viel. Stattdessen soll sie auf rund 3 Prozent gekürzt werden. Mit den gesparten fünf Milliarden Euro will er endlich die BAföG-Sätze und vor allem die Wohnpauschale anpassen – und das Elterngeld vor Kürzungen schützen.
Seine Ansage an Kanzler Merz und die Koalition: „Gebt euch einen Ruck für die junge Generation.“ Denn während Rentner*innen gesetzlich gut abgesichert sind und sogar real mehr Kaufkraft bekommen, kämpfen Studierende und Azubis mit explodierenden Mieten und seit Jahren eingefrorenen BAföG-Sätzen. Viele können sich das Leben in Uni-Städten kaum noch leisten.
Winkel trifft einen Nerv. Der Generationenkonflikt ist real: Warum sollen Ältere immer Vorrang haben, wenn Junge die Zukunft dieses Landes stemmen müssen? Ob seine Forderung durchkommt, ist noch offen. Aber dass ein CDU-naher Verband so klar für Junge spricht, ist neu und sorgt für Diskussionen in allen Gruppen-Chats.

Stefanie Hubig: Endlich mehr Schutz vor Mietwucher?
SPD-Justizministerin Stefanie Hubig hat einen Gesetzentwurf zur Mietrechtsreform rausgehauen, der gerade in der Anhörung ist. Kern-Idee: mehr Transparenz und Regeln, damit Vermieter*innen nicht mehr so leicht abzocken können.
Was soll sich ändern?
- Vermieter müssen bei möblierten Wohnungen klar angeben, wie viel Aufschlag für die Möbel kommt – maximal 5 Prozent Pauschale.
- Strengere Regeln gegen Missbrauch von Zeitmietverträgen und Indexmieten.
- Besserer Schutz vor Mieterhöhungen nach Modernisierungen.
Für alle, die gerade in die erste eigene Bude oder eine WG ziehen, ist das mega relevant. In vielen Städten fressen Mieten schon über 40 Prozent deines Azubi- oder Student*innengeldes. Links finden den Entwurf zu lasch, die Union und Vermieter*innen schreien nach zu viel Bürokratie. Trotzdem: Wenn das Gesetz vor der Sommerpause durchgeht, könnte es für viele von euch spürbar werden.
Azubis gegen Rechts: Warum junge Leute vor den Wahlen mobil machen
Während in Berlin um Geld und Mieten gestritten wird, sind viele junge Menschen auf der Straße. Gruppen wie „Azubis gegen Rechts“ in Dresden oder „Jugend gegen Rechts – AfD verhindern!“ organisieren Demos und Mahnwachen. Auch „Omas gegen Rechts“ sprechen explizit junge Leute an.
Der Hintergrund ist ernst: Vor den Landtagswahlen, besonders in Sachsen-Anhalt im September, zeigen Umfragen, dass Teile der Gen Z – vor allem junge Männer – zur AfD tendieren. Gleichzeitig positionieren sich viele junge Frauen und Engagierte klar dagegen. Sie haben Angst vor einem Rechtsruck, der Demokratie, soziale Rechte und gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährdet.
Die Aktivist*innen sagen alle dasselbe: „Wir lassen nicht zu, dass Rechtsextreme unsere Zukunft bestimmen.“ Es geht nicht um Klima, es geht um Grundrechte, Bildungschancen und ein Klima, in dem man sich nicht mehr traut, anders zu denken. Viele von ihnen sind selbst Azubis oder Studierende, die nach der Schule direkt in die Politik gezogen wurden – nicht weil sie Bock auf Parolen haben, sondern weil sie echte Angst um ihre Zukunft haben.
Diese drei Themen zeigen, wie Politik gerade bei euch ankommt: als Kampf um Geld im Alltag, faire Wohnkosten und die Frage, in was für einem Land wir in zehn Jahren leben wollen. Ob Winkels Vorstoß Erfolg hat, ob Hubigs Reform wirklich hilft oder ob die Straße vor den Wahlen etwas bewegt – das liegt auch an euch. Diskutiert mit, geht wählen, mischt euch ein. Eure Generation wird nicht gefragt – sie muss sich Gehör verschaffen.
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