Es ist das Bild, das seit Tagen TikTok, X und Instagram zum Glühen bringt: Sabrina Carpenter auf allen Vieren, ein anonymer Arm packt ihre blonden Haare. Das Cover von „Man’s Best Friend“ ist purer Zündstoff – und spaltet die Gen Z härter als die letzte Taylor-vs-Kanye-Runde.
Die Kritik: Regressiv und gefährlich
Frauenorganisationen wie Glasgow Women’s Aid sprechen von „degrading“ und „regressiv“. Sie werfen Sabrina vor, klassische Gewalt- und Kontrollfantasien zu romantisieren. Besonders heikel: Viele ihrer Fans sind 14, 15, 16. In einer Zeit, in der wir eigentlich über Consent und gesunde Beziehungen reden, kommt dieses Bild an wie ein Step back in die Nullerjahre.
Kritiker:innen sehen reinen Male Gaze. Pop, der sich als edgy verkauft, aber eigentlich nur alte Machtverhältnisse neu verpackt. Der Vorwurf: Sabrina bedient genau die Tropes, die wir eigentlich endlich ablegen wollten.

Die Verteidigung: Satire und Performance-Art
Auf der anderen Seite stehen die Fans und ein großer Teil der Gen-Z-Community. Für sie ist das Cover bewusst over-the-top, eine sarkastische Übertreibung genau der Erwartungen, die an weibliche Popstars gestellt werden. „Sie spielt mit dem Blick der anderen, statt ihn zu erfüllen“, heißt es in unzähligen TikTok-Videos. Sabrina selbst hat inzwischen eine schwarz-weiße „von Gott genehmigte“ Alternative nachgeschoben – was die Debatte nur noch mehr anheizt.
Viele sehen darin keinen Rückschritt, sondern einen bewussten Umgang mit Sexualität. Purity Culture vs. sexuelle Freiheit – das Thema läuft auf TikTok heißer als jedes neues Chappell Roan-Live-Video.
Was sagt Sabrina selbst?
Bisher wenig. Ein paar Stories, ein paar Andeutungen. Typisch Sabrina: Sie lässt die Bilder und die Reaktionen für sich sprechen. Das ist clever, denn so wird das Cover selbst zum Gespräch. Ob das kalkuliert ist oder einfach nur Kunst, bleibt offen.
Der größere Kontext
Die Diskussion geht weit über ein Albumcover hinaus. Es geht um die Frage, wie viel Provokation noch empowernd ist und wann sie nur noch reproduziert, was sie eigentlich brechen will. Darf eine 26-jährige Pop-Prinzessin mit Tabus spielen, ohne dass ihr sofort vorgeworfen wird, junge Mädchen zu verunsichern?
Die einen sagen: Ja, genau das ist Freiheit. Die anderen sagen: Freiheit hört auf, wenn du damit Gewaltfantasien hübsch verpackst.
- Empowerment oder reiner Clickbait?
- Satire oder einfach nur ein heißes Foto?
- Und wer entscheidet das eigentlich – die Künstlerin, die Fans oder die Aktivist:innen?
Die Debatte ist noch lange nicht vorbei. Während die einen das Cover als Kunst feiern, boykottieren andere bereits den Release. Fakt ist: Sabrina Carpenter hat es wieder geschafft, dass alle reden. Ob das am Ende für sie slays oder backfires, wird die nächste Woche zeigen.
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