Du scrollst durch deine Feeds, siehst Bilder von brennenden Wäldern, Flüchtlingscamps und Protesten. Und dann? Weiter scrollen. Aber manchmal bleibt ein Gesicht hängen. Wie das von Efraín Fueres.
Wer war Efraín Fueres?
46 Jahre alt, Indigenous-Anführer in Ecuador. Im Herbst 2025 marschierte er mit Hunderten gegen neue Gesetze, die Bergbau und Abholzung auf geschütztem Land erleichterten. Videos, die danach auftauchten, zeigen: Er wird mitten im Marsch erschossen. Sicherheitskräfte treten danach auf ihn und Menschen ein, die ihm helfen wollen. Tot.
Efraín kämpfte nicht für abstrakte Ideale. Er kämpfte dafür, dass der Amazonas bleibt. Der gleiche Wald, der CO₂ speichert, von dem auch eure Zukunft abhängt. Laut UN wurden in nur drei Jahren fast 600 Umweltschützer:innen weltweit getötet. Viele davon Indigenous, viele jung.

Für euch, die bei Fridays for Future oder lokalen Gruppen mitmacht, ist das eine brutale Nachricht: Friedlich protestieren kann lebensgefährlich sein. Regierungen kriminalisieren Klimaaktivismus immer öfter. Gleichzeitig sterben die Menschen, die den Planeten tatsächlich verteidigen.
Die verlorene Generation im Sudan
Während du das liest, tobt im Sudan der längste Bürgerkrieg des 21. Jahrhunderts. Über drei Jahre Armee gegen RSF, Drohnen, Massaker, Hungersnot. Besonders in Darfur und Kordofan eskaliert die Gewalt gerade wieder.
Über 14 Millionen Kinder sind raus aus der Schule. Millionen auf der Flucht. Die Mehrheit der Bevölkerung ist unter 25. Eine ganze Generation wächst nur mit Gewalt, Trauma und ohne Perspektive auf. PTSD ist Normalzustand. Bildung? Fehlanzeige. Zukunftschancen? Kaum vorhanden.
Der Sudan-Konflikt ist eine der größten Flüchtlingskrisen weltweit. Er treibt Nahrungspreise global hoch, verschlingt Ressourcen, die eigentlich für Klimaschutz oder Schulen gebraucht würden. Und er zeigt euch: Die instabile Welt, die ihr erbt, ist schon da.
Iran: Wenn der Krieg die Jugend trifft
Im Februar 2026 wird Ayatollah Ali Khamenei bei Angriffen getötet. Die Beerdigung im Juli in Mashhad wird zur riesigen Regime-Show. Hunderttausende werden auf die Straße gebracht. Gleichzeitig fliegen US-Bomben, iranische Raketen treffen Schiffe im Golf. Der Waffenstillstand ist Geschichte.
Junge Iraner:innen, die noch 2022 gegen das Regime auf die Straße gingen, leben jetzt unter Hyperinflation, ständigem Internet-Blackout und Angst vor Rekrutierung. Viele von ihnen sind genau in eurem Alter. Sie wollten Freiheit. Stattdessen bekommen sie Krieg.
Und ihr spürt es auch: Steigende Ölpreise, höhere Sprit- und Lebensmittelpreise, verzögerte Klimaprojekte, weil plötzlich wieder alles auf fossile Energie umschwenkt. Kriege fressen die Zukunft auf – eure eingeschlossen.
Was hat das mit dir zu tun?
- Deine mentale Gesundheit leidet, wenn die Welt ständig brennt und niemand hinschaut.
- Deine Energiepreise und Lebenshaltungskosten steigen mit jedem neuen Konflikt.
- Deine Klimaziele werden unmöglich, wenn Ressourcen in Kriege fließen statt in Erneuerbare.
- Deine Generation erbt alle diese Krisen gleichzeitig.
Die drei Geschichten haben eins gemeinsam: Sie handeln von jungen Menschen, deren Leben zerstört wird, weil Macht wichtiger ist als Zukunft. Efraín wurde ermordet, weil er Bäume schützte. Sudanesische Teens wachsen ohne Schule auf. Iranische Gen-Z lernt, dass Proteste mit Krieg beantwortet werden.
Ihr seid die erste Generation, die wirklich global denkt. Die weiß, dass der Regenwald in Ecuador, der Krieg im Sudan und die Bomben im Iran auch eure Luft, eure Preise und eure Sicherheit betreffen. Die Frage ist nur: Wie laut schreit ihr zurück?
Nicht mit Naivität. Sondern mit klaren Forderungen: Schutz für Umweltverteidiger:innen. Druck auf Konfliktparteien. Und die Erkenntnis, dass Diplomatie, Klimagerechtigkeit und Menschenrechte keine nice-to-haves sind – sondern Überlebensfragen für eure Zukunft.
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