Kolumbien steht vor einer richtungsweisenden Wahl. Am 31. Mai 2026 gehen Millionen vor allem junge Menschen an die Urnen. Es geht um die Frage: Weiter mit Präsident Gustavos Petros Vision von „Paz Total“ – also Verhandlungen mit allen bewaffneten Gruppen, Drogenkartellen und Rebellen – oder zurück zu harter Militärgewalt?
Die letzten Jahre haben gezeigt, wie fragil der Frieden ist. Seit dem historischen Abkommen 2016 ist viel passiert, doch die Gewalt ist zurück. Rekord-Kokain-Produktion, Angriffe auf Aktivist:innen und ganze Regionen, die immer noch von Guerillas kontrolliert werden. Für die super junge Bevölkerung Kolumbiens – über 40 Prozent unter 25 – entscheidet diese Wahl, ob sie in einem Land mit Perspektiven aufwächst oder weiter im Kreislauf aus Flucht und Angst steckt.

Was die Kandidat:innen versprechen
Die linken Kandidat:innen wollen Petros Linie fortsetzen, aber smarter. Mehr Fokus auf Landreform, Bildung in den ländlichen Gebieten und echte Alternativen zum Kokain-Anbau. Die Rechten hingegen haben genug von Gesprächen. Ihr Slogan: All-out-War. Militär, Drohnen, harte Strafen. Sie versprechen, die Kartelle endlich zu zerschlagen – koste es, was es wolle.
Beobachter:innen warnen: Ein reiner Militäransatz hat in der Vergangenheit oft nur zu mehr Gewalt geführt. Gleichzeitig funktioniert „Total Peace“ bisher nur teilweise. Manche Gruppen verhandeln, andere nutzen die Pause einfach, um sich neu zu bewaffnen.
Warum uns das in Europa betrifft
Deutschland und die EU haben seit 2016 hunderte Millionen in den kolumbianischen Friedensprozess gepumpt. Wenn der kollabiert, drohen mehr Flüchtlinge, mehr Drogen auf europäischen Straßen und ein Rückschlag für die internationale Drogenpolitik. Für euch als Gen Z bedeutet das: höhere Preise, unsichere Lieferketten und die Frage, ob Diplomatie in der Welt überhaupt noch funktioniert.

Was das für junge Kolumbianer:innen bedeutet
- Mehr Bildungschancen in ehemaligen Konfliktregionen oder weiterhin Schulen, die wegen Gewalt geschlossen bleiben
- Jobs in einer legalen Landwirtschaft statt Abhängigkeit vom Kokain-Business
- Die Chance, ohne Angst vor Rekrutierung durch Rebellen oder Militär aufzuwachsen
- Oder die Fortsetzung von Flucht nach Europa und in die USA
Der Druck ist riesig
Die Wahlbeteiligung der Jungen wird entscheidend sein. Viele sind frustriert von Korruption auf allen Seiten. Gleichzeitig sehen sie, dass reine Gewaltlösungen in den letzten 50 Jahren nicht funktioniert haben. Petros hat zumindest versucht, etwas Neues zu wagen – auch wenn das Ergebnis bisher gemischt ist.
International schauen nicht nur die USA genau hin. China investiert bereits massiv in Lateinamerika. Ein instabiles Kolumbien wäre ein Geschenk für alle, die Chaos nutzen wollen. Für euch hier in Europa geht es auch um die große Frage 2026: Setzen wir weiter auf Verhandlungen und Reformen oder gewinnt überall die harte Hand?
Die Antworten aus Bogotá könnten die nächsten Jahre prägen – von den Energiepreisen über Migrationsdebatten bis hin zu der Frage, ob junge Menschen weltweit noch an Diplomatie glauben.